Obstanbau

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Obstanbau im Kleingarten

  • Apfel

    Sommer und Herbstäpfel:

    • ‘Gerlinde’: Reife ab Ende August; kleine bis mittelgroße Frucht mit roten Backen bzw. roten Streifen, regelmäßige und hohe Erträge, sehr guter Geschmack (‘Elstar’-Abkömmling), knackig, süß mit feiner Säure, mittlere Mehltauanfälligkeit, etwas sparriger Wuchs
    • ‘Santana’: Reife Anfang/Mitte September; “schorfresistenter Elstar” aus Holland: würzig, süß-säuerlich, saftig; für bessere Lagerfähigkeit nicht zu spät ernten. Für Allergiker gut verträglich.
    • ‘Rebella’: Reife ab Mitte September; rote Backen bzw. Streifen, süß mit leichter Säure, etwas harte Schale und grobzelliges Fleisch; frühe, hohe, regelmäßige Erträge, kaum Alternanz, sehr zuverlässige Sorte
    • ‘Rubinola’: Reife Mitte September; geschmacklich gute Sorte (süß, leichte Säure, feines Aroma), mittelgroße Frucht, sparriger Wuchs, wenig verzweigt
    • ‘Roter Aloisius’ (‘Titan’): Reife (Mitte)/ Ende September: fast flächig rot-orange gefärbte mittelgroße Frucht mit festem, saftigem Fleisch, Geschmack süß mit feiner Säure und ausgeprägtem Aroma; Erstrag früh, hoch, regelmäßig; Bezug des “Bayernapfels”: www.roter-aloisius.de
    • ‘Florina’: Reife ab Anfang Oktober; dunkelrot und bläulich bereifte Frucht, süß, wenig Säure, bei knapp reifer Pflücke mehr Säure und dann geschmacklich besser, Mehltau möglich. Bevorzugt für ‘Golden Delicious’- oder ‘Jonagold’-Liebhaber.

    Winer bzw. Lageräpfel

    • ‘Topaz’: ein “Edelstein”! Geschmacklich beste schorfresistente Sorte: saftig, süß mit frischer Säure, aromatisch, würzig; mittelgroße Frucht, orangerote Deckfarbe, gestreift, sieht aus wie eine alte Sorte, Haut kann bei zu später Ernte fettig werden, gut lagerfähig, Mehltau möglich.
      ‘Red Topaz’: eine bessere und mehr rot färbende Mutante
    • ‘Resista’: mittelgroße Frucht, gelbgrün, sonnenseits leicht orange gefärbt; knackig, saftig, geschmacklich sehr gut
    • ‘Solaris’: gelbschaliger ‘Topaz’-Abkömmling mit orangefarbener Backe; süß-säuerlich, fest, sehr gut haltbar bis Mai
    Hinweis: Früchte zum Einlagern knapp reif ernten; durchpflücken!
    Weitere Ergänzungssorten: ‘Rajka’, ‘Otava’, ‘Mars’, ‘Luna’, ‘Merkur’, ‘Sirius’ und ‘Karneval’.
    ‘Collina’, eine geschmacklich gute, sehr frühe Sorte, ist oft nur für den Erwerbsanbau erhältlich.
  • Aprikose | Marille
    • Standort und Boden: vollsonnig und warm, Boden locker, gut durchlässig und humusreich
    • Wuchs und Größe: kleiner Baum mit etwa fünf bis sechs Metern Höhe, rundliche Krone
    • Besonderheiten: gut für kleine Gärten mit viel Sonne und einem geschützten Standort geeignet
    • Befruchtung: selbstfruchtbar, zweiter Befruchterbaum erhöht jedoch den Ertrag
    • Fruchtreife und Erntezeit: August
    • Verwendung: Frischverzehr oder zum Einkochen / Einmachen, saftige und süße Früchte
    • Beliebte Zuchtsorten: ‚Bergeron‘ (große Früchte), ‚Armi-Col‘ (Säulenaprikose), ‚Orangered‘ (süß und aromatisch)
  • Birne
    • Standort und Boden: vollsonnig und warm, humusreicher und lehmiger Boden
    • Wuchs und Größe: Birnbäume sind von Natur aus starkwüchsig und können sehr hoch werden, es gibt jedoch auch auf kleine Stammformen veredelte Varietäten für den kleinen Garten
    • Besonderheiten: Birnbäume eignen sich sehr gut für die Erziehung zum Spalier
    • Befruchtung: Befruchtersorte notwendig
    • Fruchtreife und Erntezeit: je nach Sorte zwischen August und Oktober
    • Verwendung: Birnen sind maximal vier Wochen lagerfähig, deshalb entweder Frischverzehr oder zum Einkochen / Einmachen
    • Beliebte Zuchtsorten: ‚Kaiser Alexander‘ (Winterbirne, saftig und süß), ‚Rote Williams Christ‘ (Sommerbirne, süßlich-aromatisch), ‚Albertine‘ (Herbstbirne, sehr saftig und süß)
  • Brombeere

    Als Wildform wachsen Brombeersträucher (botanisch Rubus sect. Rubus, aus der Familie der Rosengewächse) an vielen Waldrändern. Die ursprünglichen Arten besitzen spitze Auswüchse, die die Ernte erschweren. Wie gut, dass es stachellose Zuchtformen für den Garten gibt, die zudem größere Früchte hervorbringen.

    Es handelt sich dabei korrekterweise nicht um Beeren, sondern um Sammelsteinfrüchte. Brombeersträucher blühen von Mai bis August. Auch die Erntezeit vollzieht sich über einen längeren Zeitraum, weil die Fruchtstände ebenfalls nicht gleichzeitig reifen.

    Die Blüten erscheinen in Weiß bzw. je nach Art in zarten Rosa- oder Cremetönen. Brombeeren tragen am vorjährigen Holz. Insofern können Sie alte Triebe, die bereits Früchte erzeugten, beseitigen. Frisch gewachsene Ranken bilden die Grundlage für die nächstjährige Ernte und werden idealerweise an Schnüren, Holzstäben oder Eisengittern zur Seite geleitet.

    Insbesondere vor Steinmauern bieten horizontal verlaufenden Zweige zur Blütezeit ein idyllisches Erscheinungsbild. Für sandige Böden sind Brombeergewächse, so wie die meisten Obststräucher, nicht geschaffen.

    Damit sie eine ergiebige Ernte liefern, sollte der Untergrund mit Humus vermischt sein. Mit tournusgemäßen Kompostgaben reichern Sie das Erdreich mit Nährstoffen an und verbessern die wasserspeichernden Eigenschaften des Bodens.

  • Heidelbeeren
    Der Zierwert von ausdauernden Kulturheidelbeeren reicht weit über die Blühsaison im Frühjahr hinaus. Die Gewächse tragen den botanischen Namen Vaccinium Bizarre und gehören zur Familie der Heidekrautgewächse. Blüten in weißen, gelblichen oder rosafarbenen Nuancen verfügen über eine krugähnliche Gestalt. Im Sommer schmücken sich die bis 2,50 m hoch und kompakt wachsenden Büsche mit schwarz-blauen Früchten. Als krönender Abschluss wechselt das Laub im Herbst seine Farbe in ein leuchtendes Rot. Damit Heidelbeersträucher optimal gedeihen, benötigen sie einen schwach sauren Untergrund, so wie sie es in Wäldern gewohnt waren. Spezialerde für Rhododendren entspricht dieser Anforderung. Für natürliches Düngen empfehlen sich Kaffeesatz und Nadelkompost. Schnittmaßnahmen sind in den ersten Jahren überflüssig, denn die Gewächse müssen sich zunächst an ihrem neuen Standort etablieren. Erst später dient ein Rückschnitt dem Auslichten, damit Sonnenstrahlen an alle Bereiche gelangen.
  • Himbeeren

    Mit süßen und sehr aromatischen Früchten erobern Himbeersträucher (botanisch Rubus idaeus, Familie Rosengewächse) die Grünbereiche rund ums Haus. Grundsätzlich bevorzugen Himbeeren humusreiche Erde und sonnige bis halbschattige Orte.

    Für Schatten sind sie ungeeignet. Zu wenig Licht hat eine kümmerliche Ernte zur Folge. Weißliche Blüten präsentieren sich in rispenartiger Anordnung.

    Bei den Himbeeren wird in zwei Kategorien unterteilt:

    Sommerhimbeeren

    • Blütezeit: Mai bis Juni
    • Erntezeit: Juni bis Juli

    Ähnlich wie bei den Brombeeren können im Herbst alle abgeernteten Triebe komplett weichen. Erkennbar sind sie an bereits verholzten Stängeln.

    Aus dem frischen Grün entwickeln sich im Folgejahr Blüten und Früchte. Das gilt auch für kleinbleibende Arten.

    Herbsthimbeeren

    • Blütezeit: August
    • Erntezeit: August bis Oktober

    Der Schnitt aller Sprossen erfolgt im Spätwinter in Bodennähe. Für kleine Gärten hält der Fachhandel Zwerghimbeeren bis maximal 1 m Wuchshöhe bereit. Ihnen genügt ein Platz im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse.

  • Johannisbeeren

    Mit auffälligen Blüten können Johannisbeersträucher (Ribis) nicht dienen. Dafür sorgen sie im Sommer aufgrund ihres üppigen Fruchtbehangs mit schwarzen, roten oder gelblich-weißen Beeren für optische Attraktionen.

    Die traubigen Fruchtstände rücken auf Anhieb ins Blickfeld. Besonders hübsch sehen Johannisbeerpflanzen in Hochstammform aus. Diese Gestaltungsart erleichtert die Ernte und das Schneiden.

    Beim Rückschnitt werden die ältesten Triebe am Boden bzw. beim Hochstamm im Kroneninneren entfernt. Es empfiehlt sich für dickere Äste eine Baumschere (siehe beste Baumschere zum Baumsschnitt). Kurze Stummel garantieren genug schlafende Augen für neue Triebe.

    Der Name der Gewächse resultiert aus der Tatsache, dass die ersten Johannisbeeren um den 24. Juni (Johannistag) reifen. Anders als die Blut-Johannisbeere (Ribes sanguineum), die sich zeitig im Jahr mit roten Blüten herausputzt und weniger aromatische Früchte hervorbringt, fallen die Blüten der Schwarzen, Roten und Weißen Johannisbeeren unspektakulär aus.

    Ansonsten gibt es noch die Gold-Johannisbeere (Ribes aureum), die im April und Mai mit gelben und duftenden Blüten für Furore sogt. Sie punktet zudem ab September mit einer rötlich-violetten Herbstfärbung. Sämtliche Johannisbeergewächse werden alternativ als Hochstamm angeboten.

    Mit einer maximalen Höhe von 2 m, die sich auf Wunsch verringern lässt, eignen sich alle Johannisbeerarten für die Topfkultur bei einem Volumen von mindestens 50 Litern.

  • Kirsche | Sauerkirsche
    • Standort und Boden: sonnig bis halbschattig, Boden locker und nährstoffreich
    • Wuchs und Größe: bleiben deutlich kleiner als Süßkirschen, durchschnittliche Wuchshöhe zwischen vier und sechs Metern
    • Besonderheiten: sind robuster und weniger anspruchsvoll als Süßkirschen
    • Befruchtung: die meisten Sorten sind selbstfruchtbar
    • Fruchtreife und Ernte: je nach Sorte zwischen Ende Mai und Anfang August, Erntezeitraum wird in Kirschwochen angegeben
    • Verwendung: Frischverzehr oder zum Einkochen / Einmachen, nicht lagerfähig
    • Beliebte Zuchtsorten: ‚Karneol‘ (süß-säuerlich, große Früchte), ‚Jade‘ (mild-säuerlich, ertragreich)
  • Kirsche | Süßkirsche
    • Standort und Boden: vollsonnig und warm, Boden nährstoffreich, locker und leicht sandig
    • Wuchs und Größe: können bis zu 20 Meter hoch und sehr ausladend werden, in kleinen Gärten auf Sauerkirschen oder Säulenkirschen ausweichen
    • Besonderheiten: sind hinsichtlich Klima und Standort sehr empfindlich, brauchen viel Platz
    • Befruchtung: benötigen Befruchtersorte
    • Fruchtreife und Erntezeit: je nach Sorte zwischen Ende Mai und Ende Juli / Anfang August, Reifezeitpunkt wird in Kirschwochen angegeben (zwischen 1 und 8 – sehr früh bis spät)
    • Verwendung: Frischverzehr oder zum Einkochen / Einmachen, nicht lagerfähig
    • Beliebte Zuchtsorten: ‚Burlat‘ (dunkelrote, süße Frühsorte), ‚Regina‘ (spät reifend, süße und sehr große Früchte), ‚Buttners Rote Knorpelkirsche‘ (spät, gelb-rote Früchte, sehr alte Sorte), ‚Hedelfinger Riesenkirsche‘ (dunkelrote, sehr große Früchte, aromatisch)
  • Mirabelle | Gelbe Zwetschge
    • Standort und Boden: sonnig bis halbschattig, Boden nährstoffreich, locker und feucht
    • Wuchs und Größe: starkwüchsiger Baum
    • Besonderheiten: eng verwandt mit Pflaumen und Zwetschgen, jedoch runde, gelbe Früchte
    • Befruchtung: in der Regel selbstfruchtbar, jedoch erhöht ein zweiter Befruchterbaum den Ertrag deutlich
    • Fruchtreife und Ernte: Anfang bis Mitte September
    • Verwendung: Frischverzehr und Verarbeitung (z. B. Kompott, Marmelade, Likör)
    • Beliebte Zuchtsorten: ‚Mirabelle von Nancy‘ (sehr alte Sorte mit hohem Ertrag), ‚Ruby‘ (rote Säulenmirabelle)
  • Pfirsich | Nektarine
    • Standort und Boden: sonnig und warm, Boden humusreich und gut durchlässig
    • Wuchs und Größe: kleiner Baum mit lockerer Krone, etwa bis zu fünf Metern Wuchshöhe
    • Besonderheiten: gedeiht am besten im Weinbauklima, Nektarinen sind eine unbehaarte Variante des Pfirsichs
    • Befruchtung: in der Regel selbstfruchtbar
    • Fruchtreife und Ernte: je nach Sorte August bis September
    • Verwendung: Frischverzehr und Verarbeitung (z. B. Kompott, Marmelade etc.)
    • Beliebte Zuchtsorten: ‚Kernechter vom Vorgebirge‘ (leicht säuerlich, aromatisch), ‚Revita‘ (süß), ‚Tellerpfirsich‘ (plattgedrückte Früchte, kleinwüchsige Bäume)
  • Pflaume | Zwetschge
    • Standort und Boden: sonnig und warm, Boden nährstoffreich, humos und feucht
    • Wuchs und Größe: abhängig von Sorte und Veredelungsunterlage, Wuchshöhen zwischen vier und acht Metern
    • Befruchtung: Pflaumen sind zumeist Selbstbefruchter, Ertrag ist aber mit zweiter Befruchtersorte besser
    • Fruchtreife und Erntezeit: je nach Sorte zwischen Juli und Oktober
    • Verwendung: Pflaumen und Zwetschgen sind nicht lagerfähig, Frischverzehr oder zum Einkochen / Einmachen (z. B. für Pflaumenmus)
    • Beliebte Zuchtsorten: ‚Katinka‘ (früh reifend, sehr aromatisch), ‚Cacaks Schöne‘ (mittelfrüh, säuerlich im Geschmack, sehr ertragreich), ‚Hanita‘ (süß, sehr robust, reift ab Ende August)
  • Quitte
    • Standort und Boden: vollsonnig und warm, Boden durchlässig und humusreich, frisch bis feucht
    • Wuchs und Größe: je nach Sorte und Stammhöhe kleiner bis mittelgroßer Baum, kann recht ausladend wachsen
    • Besonderheiten: gehört zu den selten kultivierten Obst-Arten, Obstbäume liefern sehr vitaminreiche und aromatisch duftende Früchte
    • Befruchtung: fast alle Sorten selbstfruchtbar, Befruchterbaum bringt jedoch höheren Ertrag
    • Fruchtreife und Ernte: Obst reift sehr spät zwischen Oktober und November
    • Verwendung: rohe Früchte ungenießbar, sehr gut geeignet zum Einkochen und Einmachen (Quittengelee, Quittenlikör etc.)
    • Beliebte Zuchtsorten: Apfelquitte, Birnenquitte
  • Stachelbeere

    Wie der Name bereits andeutet, sind diese Obststräucher mit einem pieksenden Abwehrmechanismus ausgestattet. Genau genommen sind es jedoch mit dem Spross verbundene Dornen und keine zugespitzten Stacheln, die sich mit dem Daumen wegdrücken lassen, so wie bei den Rosen.

    Von April bis Mai dauert die Blütezeit an. Cremefarbene Blütenbecher mit hellgrünem Grund und weicher Behaarung bilden die Mitte. Dieses Zentrum wird von fünf länglichen, von Grün ins Rötliche verlaufenden Kelchblättern umrahmt.

    Mit einer maximalen Wuchshöhe von 150 cm begnügen sich Stachelbeeren (Ribes uva-crispa) mit einem Kübel und sind somit auf für den Balkon gut geeignet. Als Hochstamm gezogene Exemplare fügen sich vortrefflich in das Ambiente eines sonnigen bis halbschattigen Platzes ein (eventuell Hof, Balkon oder Terrasse).

    Ansprüche an das Substrat entsprechen denen von Johannisbeeren.